Demo für ein lebendiges Fabrikool

Das seit mehr als 15 Jahren leerstehende Haus an der Fabrikstrasse wurde vor 2 Jahren besetzt, um einen offenen emanzipatorischen Ort zu schaffen. Das Haus wird seit daher mit viel Energie, Herzblut und Liebe zum Detail selber umgebaut. Auf Befehl von Herr Keller des Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern sollen die Besetzer am 30.04 das Haus verlassen. Dagegen wehren wir uns!

Der Streit rund um das Fabrikool Gebäude geht weiter.

Am 28.04 rufen wir zu einer grosse Demo durchs Quartier

  • 13 Uhr : Zusammen basteln und Transpi für die Demo malen – Beim Fabrikool
  • 15 Uhr : Demostart. Treffpunkt beim Fabrikool
  • 18 Uhr : Leckeres essen, trinken und feiern!

Vielfältige Perspektiven jüdischen Lebens

29.04 | 19 Uhr | In der Furia Bibliothek | Fabrikstrasse 16 | Bern

Vortrag mit anschliessender Diskussion zu Geschichten und Realitäten des jüdisch Seins. Als Anstoss, differenzierter über jüdische Menschen und ihre Gegenwart und Geschichte zu denken. Es geht darum Perspektiven jüdischer Geschichte, Kultur und Lebens kennenzulernen,auch außerhalb von Shoa, europäisch-christlicher Erinnerungsperspektive und israelischer Staatspolitik. Die Schwerpunkte des Vortrags sind: Wer sind jüdische Menschen?, Trans* in der Thora/Talmud, jüdische Staatskritik, Feminismus und ein kurzer Exkurs zu Kolonialismus und Intersektionalität. Ein großes Potpourri!

Der Vortrag hat eine antizionistische, anarchistisch- staatskritische jüdische Perspektive. Er wird kein Raum sein für nicht-jüdische Menschen, auf jüdische Staatskritik mit anti-israelischen Ressentiments aufzusatteln, um ihre antisemitische Ideologie zu rechtfertigen und zu propagieren, ebenso ist es kein Raum für pro-israelischer Politpropaganda. Weiss-christliche Perspektiven sind im Hintergrund, was nicht heisst dass ich mich nicht auf Fragen und Diskussion freue. Ich wünsche mir aber Reflektierheit bezüglich der Sprechpositionen. Es geht darum jüdische und somit unterdrückte Perspektiven wahrzunehmen. Jüd_innen sind dafür besonders herzlich eingeladen mit zu diskutieren und dabei zu sein! Es bleibt kompliziert.

Die vorbereitende Person ist weiblich sozialisiert, trans*, weiss, anarchistisch geprägt, ashkenazi jüdisch, lebt in der Diaspora, gut gebildet,…,.. Der Vortrag selber hat deutsche und englische Teile.

Kündigungsfeier in Furia & Fabrikool

Das seit mehr als 15 Jahren leerstehende Haus an der Fabrikstrasse wurde vor 2 Jahren besetzt, um einen offenen emanzipatorischen Ort zu schaffen. Das Haus wird seit daher mit viel Energie, Herzblut und Liebe zum Detail selber umgebaut.

Von Seiten des AGG (Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern), welches sich als Eigentümer*In sieht, wurde das Kollektiv zu einem Vertrag gedrängt. Das Fabrikool-Kollektiv unterschrieb diesen Vertrag, weil wir durch dieses Vertragsverhältnis die Möglichkeit sahen diesen Ort offen zugänglich zumachen. Im Vertrag steht, dass das Kollektiv alles selber machen muss, was auch unserem Bedürfniss entsprach.
Der Kanton legte uns jedoch immer wieder Steine in den Weg, um Strom oder Wasser anzuschliessen. Bis heute konnten wir keinen Wasseranschluss installieren.
Was der Kanton gemacht hat ist: das Haus auszuschreiben und an ein gewinnorientiertes Projekt im Baurecht zu verkaufen. Somit zeigt sich einmal mehr, dass ein Vertrag zwischen selbstbestimmten Orten und Vertreter*Innen des Staates nicht im geringsten gewährleistet, dass mensch sich auf gleicher Augenhöhe begegnet, sondern die Situation ausgenutzt wird, um Druck auszuüben. Solche Verträge sollen die Besitzansprüche der Eigentümer*innen zementieren, auch wenn sich diese schon seit Jahren nicht mehr für das Gebäude interessierten. Der Kanton hat uns mehrmals unter Zeitdruck zu Entscheidungen gedrängt ohne Berücksichtigung der Organisationsstruktur des Kollektiv.
Der Kanton verlangte nun sofortigen Zugang für das Architekturbüro Hebeisen und Vatter, sowie Bauunternehmen an 2 Vormittagen in der Woche.
Uns reicht’s! Wir haben genug von leeren Versprechen und Forderungen, wir, das Kollektiv Fabrikool künden den Vertrag mit dem Kanton fristlos. Selbstbestimmte Orte müssen gemeinsam verteidigt werden. Widerstand gegen den Kanton, gegen das Architektenbüro «Hebeisen + Vatter» und gegen die gewinnorientierte, kapitalistische Logik. Das Fabrikool bleibt selbstbestimmt die nächsten 50 Jahre.

Vom 5. bis 7. April gibts eine grosse Kündigungsfeier – auf einen solidarisch aufblühenden Frühling!

PROGRAMM

Freitag 5.4.

  • 18:00 Uhr : vegane Küfa
  • 19:00 Uhr : Film
    Im Rahmen des Antispeziesistischer Kinoabend wird die Kömodie Carnage: swallowing the past gezeigt

Samstag 6.4.

  • 13:00 Uhr

Innensichten auf Asylcamps.
Drei Personen, die vom Nothilfe- und Lagerregime betroffen sind, erzählen, was dieses System für ihren Alltag und ihre Lebensrealität bedeutet.
Input von geflüchteten Aktivist*innen von Migrant Solidarity Network

  • 17:00 Uhr
    Hausführung durch das Fabrikool, Vorstellung der verschiedenen Projekte und Erklärung der aktuelle Lage.

Vieleicht noch weitere Konzerte (der Artikel wird geupdatet)

Dazwischen wird es auch einen legendären Kaffestand geben, Essen und trinken, Kinderprogramm, Freeshop, Büchertisch und Leseecke usw.

Sonntag 7.4.

14:00-18:00 – Brot & Briefe & Lesekreis zum Thema Migration

Beim Brot & Briefe Sonntag während der Veranstaltungsreihe „Themenfokus Asylmaschinerie“ ist das Schwerpunktthema Ausschaffungshaft.

Zusätzlich gibt es ab 15:00 Uhr Büchertausch:
welches Buch/Text hat dich berührt, motiviert, informiert und möchtest du unbedingt auch anderen kurz vorstellen?
Um 15:00 gibt es eine Austauschrunde über Literatur rund um das Thema Migration. Bring deine Lieblingslektüre mit!

weitere Infos + Updates auf fabrikool.ch und barrikade.info sowie in der Furia Agenda

Blick vom Mittagtisch

Jetzt wo der Frühling kommt, wird es wieder vermehrt Mittagsessen geben vor dem Fabrikool! Ihr seid alle herzlich willkommen

Hier ein paar Eindrücke von letzte Woche.

[Themenfokus Asylmaschinerie]

+++english below+++

+++Français plus bas+++

Am 1. März 2019 tritt schweizweit die Asylrechtsverschärfung in Kraft, welche die rechtliche Grundlage für die Inbetriebnahme der Bundeslager bildet. Bis jetzt haben die Kantone viele kleinere Asyllager betrieben, an deren Stelle wird der Bund ca. 18 grosse Lager eröffnen. Bundeslager sind Orte, an denen migrierte Menschen zentralisiert verwaltet, kontrolliert und festgehalten werden. Die stärkere Zentralisierung erlaubt eine noch grössere Überwachung und die Schwelle zur Umwandlung in komplett geschlossene Lager wird immer niedriger. Diese Entwicklung können wir nicht nur in der Schweiz, sondern europaweit beobachten.

Um diese Veränderungen mitzuverfolgen, klare Positionen zu erarbeiten und dagegen vorzugehen, liegt der Fokus in der anarchistischen Infothek Furia in Bern im März und April 2019 auf der neusten Asylrechtsverschärfung. Da diese aber nicht für sich alleine stehend betrachtet werden kann und mit diversen Entwicklungen im Migrationsbereich und darüber hinaus verknüpft ist, werden wir auch auf andere Themen eingehen.

Alle interessierten Menschen sind eingeladen bei den Veranstaltungen mitzudiskutieren und sich einzubringen.

Alle Nutzer*innen der anarchistischen Infothek Furia sind mitverantwortlich, dass der Raum möglichst diskriminierungs- und unterdrückungsfrei ist.

Der Raum ist rollstuhlgängig und rauchfrei.

Wir bemühen uns, bei allen Veranstaltungen französische und englische Übersetzungen zu organisieren.
Aktuelle Infos dazu und Erweiterungen des Programms gibt es auf furia.noblogs.org sowie auf barrikade.info.

FRANCAIS

Le 1er mars 2019, le nouveau durcissement de la loi sur l‘asile, qui constitue la base juridique de l’ouverture des camps fédéraux, entrera en vigueur dans toute la Suisse. Jusqu’à présent, les cantons ont géré de nombreux petits centres d’asile à la place desquelles la Confédération ouvrira environ 18 grands centres fédéraux. Ces derniers sont des endroits où les personnes migrantes sont gérées, contrôlées et détenues de façon centralisée. Cette plus grande centralisation permet une surveillance encore plus forte et ces camps se rapprochent encore plus de centre fermés que leurs prédécesseurs. Nous pouvons observer cette évolution non seulement en Suisse, mais dans toute l’Europe.

Afin d‘analyser ces changements, de développer nos propres positions claires et de renforcer nos luttes contre ce développement, la bibliotheque anarchiste Furia à Berne invite, en mars et avril 2019, à deux mois thématique pour se concentrer sur le dernier renforcement du droit d‘asile. Puisque ce sujet ne peut être examiné isolément et qu’il est lié à divers autres développements dans le domaine de la migration et au-delà, nous aborderons également d’autres questions.

Nous invitons toutes personnes intéressée à nous rejoindre pour les évenements et discussions de ces deux mois.

Tous les utilisateurs et utilisatrices de la bibliotheque Furia sont conjointement responsables de veiller à ce que l’espace soit aussi non discriminatoire et oppressif que possible.

L‘endroit est accessible en fauteuil roulant et est non-fumeur.

Nous nous efforçons d’organiser des traductions en français et en anglais pour tous les événements.

Les informations actuelles à ce sujet et les extensions de programme sont disponibles sur furia.noblogs.org et sur barrikade.info.

English

On the first of March 2019, the tightening of asylum law takes effect throughout Switzerland, which forms the legal basis for the commissioning of federal camps. So far, the cantons have operated many smaller asylum camps, in their place the federal government will open about 18 large camps. Federal camps are places where migrated people are centrally managed, controlled and detained. The stronger centralization allows even greater surveillance and the threshold for conversion into completely closed camps is getting lower. This development can not only be observed in Switzerland but throughout Europe.

In order to follow the changes, to develop clear positions and to take action against them, the focus in the anarchist infothek Furia* in Bern in March and April 2019 is on the latest tightening of asylum law. However, as it is linked to various developments in the field of migration and beyond and cannot be regarded by itself, we will also address other issues.
Everybody who agrees with the principles of the anarchist infothek Furia is invited to join in the discussion and get involved.

All users of the anarchist infothek Furia are responsible for ensuring that the space is as free of discrimination and repression as possible.

The room is wheelchair accessible and non-smoking.

We will try to organize French and English translations at all events. Current information and the whole program can be found on furia.noblogs.org and on barrikade.info

Solidarität mit dem Gefährten aus dem Fermento!

Im März ist das monatliche Briefeschreiben in der anarchistischen Infothek Furia in Bern den Betroffenen aktueller Repressionsfälle in Zürich und Turin gewidmet.

Seit 29. Januar befindet sich ein Gefährte der anarchistischen Bibliothek Fermento in Zürich in Haft, mit der Begründung Flucht- und Kollusionsgefahr wurden ihm 3 Monate Untersuchungshaft verhängt.
https://barrikade.info/Ein-Gefahrte-des-Fermento-verhaftet-1847
https://barrikade.info/Update-3-Monate-U-Haft-verhangt-1859

Am 7. Februar wurde in Turin das anarchistische besetzte Haus „Asilo Occupato“ mit einem polizeilichen Großaufgebot geräumt. Es kam dabei zu zahlreichen Festnahmen. Sechs Personen wird vorgeworfen eine kriminelle Vereinigung gefördert, gegründet und organisiert bzw. sich daran beteiligt zu haben. Die Autoritäten sprechen auch von „Terrorismus“ im Zusammenhang mit Aktionen gegen die Abschiebegefängnisse für Flüchtlinge, genannt CIE/CPR.
https://barrikade.info/Turin-Solidaritat-mit-den-Betroffenen-der-Operazione-Scintilla-1883

Zeigen wir uns solidarisch mit den Betroffenen und allen Gefangenen!

Kommt alle zum Briefeschreiben!

Filmreihe Januar-Februar 2019

Die Doku-Filme „Allein machen sie dich ein“ von Mischa Brutschin thematisieren verschiedene Protestaktionen und Bewegungen in Zürich seit den 1950er Jahren bis kurz vor die Jahrtausendwende. Im Fokus stehen Forderungen für ein autonomes Jugendzentrum, günstigen und selbstverwalteten Wohnraum, Freiräume und mehr Selbstbestimmung für die Menschen in der Stadt Zürich.

jeweils sonntags ab 18 Uhr anschliessend an die Infothek Furia im Fabrikool (Fabrikstrasse 16, 3012 Bern)
mit special*Popcorn passend zum Film

Daten:

13. Jan 2019 (Teil 1 & ev. Bonus)
20. Jan 2019 (Teil 2 & 3)
27. Jan 2019 (Teil 4 & 5)
10. Feb 2019 (Teil 6 & 7)
17. Feb 2019 (Teil 8 & Bonus/Schlussdiskussion)

Sonntag, 06. Januar: Briefe schreiben an Gefangene

Jeden ersten Sonntag im Monat schreiben wir in der anarchistischen Infothek Furia, während den Öffnungszeiten (14:00-18:00) Briefe an Gefangene. Gemeinsam zeichnen, schreiben, dichten wir Briefe, die die Isolation durchbrechen sollen.

Der Knast ist eine Realität, die uns alle betrifft, die jedoch durch die Isolation und Abschottung schnell vergessen gehen kann. Das gemeinsame Briefe schreiben soll…

• ein Mittel der Solidarität mit den Gefangenen sein
• einen Austausch zwischen den verschiedenen Seiten der Mauer ermöglichen
• uns dazu anregen sich mehr mit dieser Thematik zu beschäftigen und kollektiv darüber zu sprechen
• die Isolation, die die Knäste mit sich bringen ein bisschen durchbrechen

Deshalb wollen wir an jedem 1. Sonntag im Monat in der Furia einen Raum für das gemeinsame Briefe schreiben schaffen, in dem wir uns mit Ideen und Materialien unterstützen können. Natürlich können auch sonst während den Öffnungszeiten in der Furia oder sonst überall Briefe geschrieben werden, an diesen Tagen wollen wir jedoch gemeinsam den Fokus darauflegen. Ab und zu wird es einen Input und eine (geplante) Diskussion geben, diese werden jeweils hier und auf barrikade.info angekündigt.

 

Filmreihe von Open Borders Caravan Bern

Zwischen dem 19.11-30.11 wird von Open Borders Caravan Bern eine Filmreihe gezeigt, welchen den Handlungsablauf und Spannungsbogen von der Flucht zur Migration, Immigration, Integration bis zur Abschaffung oder des Bleiben aufzeigen und verbildlichen soll. Vor der Filmvorführung wird ein kurzer Input zum Thema gegeben, der je nach Film unterschiedlich sein wird. Nach dem Film ist eine Diskussionsrunde für Interessierte angedacht.

Der Film thematisiert den Umgang mit Flüchtlingen in Europa. Der Regisseur macht sich auf eine Reise mit einem Rettungsboot im Mittelmeer um seine Fragen, die er sich seit Kind stellt, zu beantworten. Mit sehr ausdrucksstarken Bildern erzählt er die Geschichten verschiedenster Menschen die auf ihrer Flucht festsitzen oder es bis in die Schweiz schaffen und was dann mit ihnen passiert. Er verbindet immer wider die Gegenwart mit seiner eigene Verga ngenheit und schafft einen persönlichen Film der sehr nahe geht und die Kraft hat die Menschen aufzurütteln obwohl Europa die Augen längst geschlossen hat.